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  #1 (permalink)  
Alt 12.11.2008, 09:23
Benutzer
 
Registriert seit: 23.12.2007
Beiträge: 54
Standard 3Monate bis zum ersten Kampf! Wie soll ich trainieren?

Hallo

nächstes Jahr im Februar werde ich meinen ersten Kampf haben. Da ich Wechselschicht arbeiten tue trainiere ich immer noch zusätzlich Zuhause.

Wie sollte ich mein Training die "letzten" 3 Monate vor dem Kampf aufbauen?

Wie oft in der Woche Kraft, Grundlagenausdauer usw. trainieren?

Bisher trainiere ich 5-6mal in der Woche aber mache dann das wozu ich mich fit fühle.

Oder kann ich zb. einen Monat auf Grundlagenausdauer Training verzichten dafür mehr an den Sack gehen ?



Wann sollte ich regelmäßig hartes anaerobes Ausdauertraining machen?


Ab wann vor dem Wettkampf sollte ich verschiedene Trainingsformen einstellen?


Viele Frage aber ich hoffe ihr könnt mich dabei sinnvoll unterstützen !
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  #2 (permalink)  
Alt 12.11.2008, 15:22
Benutzerbild von Josef Riehl
Moderator
 
Registriert seit: 20.04.2008
Ort: 78467 Konstanz
Beiträge: 1.093
Daumen hoch 3 Monate bis zum 1.Kampf !

Hallo Derbecker,
Da niemand der wirklichen Fachleute im Forum Dich kennt, wird Dir niemand eine brauchbare Antwort geben können. Alle die Sachen die Du schreibst, passen irgendwo hin, aber ob sie für Dich auch zutreffen und vor allen Dingen jetzt in der unmittelbaren Wettkampfvorbereitung,soll Dir Dein Trainer sagen. Und das ganze Training mit den Gewichten, ist bei den meisten sowieso verlorene Zeit. Sie sollten lieber boxspezifische Sachen trainieren, wie die Beinarbeit,Ausweichbewegungen,Paraden und sonstige Meidbewegungen.Anaerobe Ausdauer und Grundlagenausdauer weg lassen?Manche Begriffe lasse Dir erst von Deinem Trainer erklären,bevor Du sie benutzt und Dich vielleicht lächerlich machst, denn das hast Du nicht verdient. Und mache Dich nicht verrückt wegen dem 1.Kampf, es wird besser laufen als Du glaubst. Lass den Kampf einfach kommen und trainiere weiter, sodass zumindest das konditionelle stimmt. Die Technik-Taktik macht Dein Trainer mit Dir. Denke daran, dass Du ruhig bleibst, egal wer kommt. Ich wünsche Dir auch im Namen aller User im Forum viel Glück.

MfG
Josef Riehl

Geändert von Josef Riehl (12.11.2008 um 18:22 Uhr).
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  #3 (permalink)  
Alt 12.11.2008, 18:39
Moderator
 
Registriert seit: 04.11.2008
Beiträge: 138
Standard Rede mit Deinem Trainer

Hallo Sportkamerad derbecker

Hier kann ich Sportkamerad Josef nur Recht geben und unterstützen.
Um ehrlich zu sein, mir fällt es immer schwer Fragen eines Sportlers zu beantworten für die eigentlich sein Trainer zu ständig ist.
Du solltest in jedem Falle mit Deinem Trainer reden, schließlich ist er auch derjenige, der die Verantwortung in der Ringecke bei Deinem Kampf trägt bzw. hat er ja schließlich Deine Jahrestrainingsplanung gemacht und kennt Deinen genauen Trainingszustand (hoffe ich zumindest).
Aber um Dich trotzdem nicht ganz im Regen stehen zu lassen hier eine kurze Einführung:
Innerhalb von den Trainingszyklen eines Jahres beginnt man in der Regel (ich betone in der Regel, letztendlich hängt es von der individuellen Leistungsfähigkeit des Sportler ab) ca. 6 Wochen vor dem Wettkampf bzw. Saisonhöhepunkt mit der unmittelbaren Wettkampfvorbereitung.
Dies ist ein geschlossener Zyklus und beginnt mit dem Baustein aktive Erholung, anschließend Leistungsaufbau, dann Leistungsausprägung und Leistungsstabilisierung, dann Wettkampf. Die Belastungsspitze sollte dann ca. 10 Tage vor dem Wettkampf liegen.
Die Belastung steigt in einem 3-5 Tage Rhythmus (klein- mittel- hohes Niveau) mit immer anschließender aktiven und passiven Regeneration. Ziel dieser Vorbereitung ist die Ausprägung und Stabilisierung der komplexen Wettkampfleistung.

Wie Sportkamerad Josef auch schon beschrieben hat solltest Du erstmal weiter an Deiner boxspezifischen Grundlagenausdauer trainieren in Verbindung mit technischen –koordinativen Übungen (nicht wettkampfnahes Training: Partnerübung ohne Widerstand, Gerätearbeit, Spiegelarbeit, Schattenboxen usw.) bzw. technisch-taktische Übungen (wettkampfnahes Training: Partnerübung mit geringen/mittleren Widerstand). Die Übungen sollten immer entspannt ausgeführt werden aber der eigentliche Bewegungsablauf muß konzentriert, schnell und explosiv erfolgen.
Grundlagenausdauer unterteilt sich in 3 Phasen
Entwicklung, mittlere Trainingsintensität, Dauer ca. 30-45 min als intensive Dauermethode.
Stabilisierung, geringe Trainingsintensität, Dauer ca. länger als 45 min, Dauermethode.
Regeneration, sehr geringe Trainingsintensität, Dauer ca.20-30 min, Dauermethode.

Also viel Spaß.

Mit sportlichen Grüßen
Boxudo
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  #4 (permalink)  
Alt 12.11.2008, 22:35
Benutzer
 
Registriert seit: 23.12.2007
Beiträge: 54
Standard

Ok danke.

Also kann man sagen Grundlagenausdauer muss man immer trainieren?

Muss man das mindestens 2x die Woche durch zb. joggen machen?

Wann sollte man mit dem Ausdauertraining vor einem Wettkampf aufhören?
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  #5 (permalink)  
Alt 13.11.2008, 11:17
Moderator
 
Registriert seit: 04.11.2008
Beiträge: 138
Standard Wie noch nicht mit Deinem Trainer gesprochen

Hallo Sportkamerad derbecker
Nun habe ich gehofft das Du schreibst:“ Hallo Josef oder hallo Boxudo danke für Eure Antworten ich werde in jedem Fall mit meinem Trainer sprechen“ so oder so ähnlich, aber scheinbar hast Du, was gemeint ist, noch nicht verstanden.

Wir können keine Ferndiagnose abgeben und sagen so und so muss Du trainieren, aber wir können Dir sicherlich eine Empfehlung geben.
Wie oft Du Grundlagenausdauer in der Woche trainieren sollst kann nicht ich beantworten, sondern nur Dein Trainer, denn er kennt Deinen individuellen Trainings- und Leistungsstand und Deine Trainingsplanung.

Und nun zu Deiner persönlichen Interpretation: Kein Mensch redet von „Du muss“ aber es ist empfehlenswert Grundlagenausdauer zu trainieren. Warum?
Boxen ist eine Sportart die zu ca. 50% aus aerober Energiebereitstellung (Energiegewinnung unter Sauerstoffzufuhr, das würde bedeuten es besteht ein Gleichgewicht zwischen Sauerstoffaufnahme und Sauerstoffverbrauch) und zu ca. 50% aus anaerober Energiebereitstellung (Energiegewinnung erfolgt durch Glykolyse, man spricht auch von der Sauerstoffnot). Ist der Sauerstoffverbrauch nur minimal größer als die Sauerstoffaufnahme dann reden wir über den Schwellenbereich, Deine Trainingsleistung wird hierdurch aber nicht nennenswert eingeschränkt.
Bei einer Trainingsleistung in der anaeroben Zone erfolgt ein komplizierter Stoffwechselprozess, wo zum Schluss neben den Energiesubstraten auch als Stoffwechselprodukt Laktat (Milchsäure) im Muskel und im Blut freigesetzt wird. Bei einer zu starken Anhäufung von Laktat wird die Glykolyse gehemmt und die Bereitstellung der Energiesubstrate wird gebremst und Du hast den berühmten Leistungseinbruch. Was ist die Folge wenn man ständig in diesem Trainingsbereich trainiert.
1. Es gibt keine Leistungssteigerung mehr eher eine Leistungsstagnation bzw. ein Leistungsrückgang.
2. Das Laktat hat auf Dauer eine schädigende Wirkung auf den Energiestoffwechsels innerhalb der Muskelzelle und diese reagiert mit der Herabsetzung ihrer Funktionsfähigkeit.
Die Grundlagenausdauer dagegen bewirkt:
1. eine verbesserte Herzkreislauffunktion
2. Vergrößerung der Energiespeicher im Muskel
3. Der Stoffwechselprozess im Muskel wird verbessert und ökonomisiert
4. zentrale Regel- und Steuerprozesse werden optimiert (übst Du eine bestimmte Kombination langsam, lernst Du sie auch. Übst Du sie sofort schnell, lernst Du sie nicht).
Lauftraining ist ebenfalls gut und wichtig für die allgemein Athletik aber ersetzt nicht das Boxspezifische oder andersrum gesagt ich laufe einen super Marathon aber bin aber deshalb nicht gleich Radrennfahrer.
Man kann vor einem Wettkampf eine Pause machen aber in der Regel verändert man nur den Umfang und die Intensität (siehe Regeneration)

Und nun noch mal eine persönliche Anmerkung: Ich weiß, das es ein Grundproblem ist in der Optimierung des Trainingsverhältnisses zwischen aeroben und anaeroben Training, trotzdem erlebe ich sehr viele Sportler und Trainer, die der Meinung sind, ein Training ist nur wirksam, wenn es in hoher bis max. Intensität durchgeführt wird. Ich sage nur Vorsicht mit dieser Einstellung.

Mit sportlichen Grüßen
Boxudo

Geändert von Boxudo (13.11.2008 um 11:28 Uhr).
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  #6 (permalink)  
Alt 13.11.2008, 12:17
Benutzer
 
Registriert seit: 23.12.2007
Beiträge: 54
Standard

Danke Boxudo

werde natürlich mit meinem Trainer reden.

Aber mich interessieren auch immer noch Meinung von anderen Leuten!
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  #7 (permalink)  
Alt 13.11.2008, 14:07
Benutzerbild von BCGütersloh
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 20.09.2008
Ort: Gütersloh / NRW
Beiträge: 452
Daumen hoch

Hallo derbecker,

neben den von Boxudo und Josef angesprochenen physiologischen Aspekten ist auch eine psychologische Vorbereitung notwendig.

Die Psyche spielt bei Anfängern oftmals eine sehr große Rolle. Um dem Kampf den Schrecken zu nehmen, ist es gut, wenn du mit deinem Trainer vorab zu Kämpfen fährst und dir den Ablauf (Arzt, Waage, Ringbetreuung) genau anguckst, um so dem Unbekannten den Schrecken zu nehmen.

Denn die ungewohnte Umgebung, unbekannte Abläufe können hier den schon vorhandenen Stress noch negativ begünstigen.

Gruß BCGütersloh
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