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  #1 (permalink)  
Alt 05.01.2010, 13:07
Benutzerbild von BCGütersloh
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Registriert seit: 20.09.2008
Ort: Gütersloh / NRW
Beiträge: 452
Rotes Gesicht Kindertraining

Hallo zusammen,

ich wollte mal hören, wie ihr zum Thema Nachwuchstraining / Kindertraining steht.

Da ich selbst eine Gruppe mit 6 - 10- jährigen betreue und damit nicht so ganz zufrieden bin, würde ich gerne mal nen Erfahrungs- bzw. Meinungsaustausch anstreben.

a) Ab welchem Alter wird bei euch trainiert?
b) was sind die Trainingsinhalte?
c) Wie hoch ist die Fluktuation?
d) Wieviele traineiern in euren Gruppen

Ich habe zur Zeit folgende Probleme:

a) die Kinder kommen teilweise unregelmässig
b) sie sind sehr, sehr verspielt und oftmals schlecht erzogen
( Streitereien sind nicht selten und auch bei Spielen kommt es zu kleineren körperlichen Auseinandersetzungen)
c) die Kinder sind motorisch eher retardiert, also zurück, können teilweise
nichtmal rückwärts laufen
d) die Kinder haben wenig Bock auf Partnerübungen; würden am liebsten
nur Fussball und Hockey etc. spielen

Ich bin jetzt weggegangen vom klassischen Grundschultraining hin zu kleineren Kampfspielen auf der Matte sowie Koordinationsübungen a la Bodenturnen etc.. bin aber damit nicht ganz glücklich!

Bin gespannt auf Eure Anregungen / Meinungen.

Gruß BCGütersloh
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  #2 (permalink)  
Alt 09.01.2010, 13:49
Benutzerbild von Silencer
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Registriert seit: 01.01.2010
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Meine eher sehr eingeschränkte Meinung ist das man Kinder in diesen Alter keinen Kampfsport ausüben sollten, ich habe selber viel Scheisse gebaut in meiner Kindheit und hätte ich eine Kampfsportart gekonnt wäre im Alter von 12-15 viel schief gelaufen. Natürlich heißt das nicht das jeder deiner Kinder so etwas durchmacht wie ich, aber dir als Trainier ist es schon schade wenn einer so ist wie ich...

Tipps: Da ich durch Jungschar viel mit Kindern zu tun habe und auch hin und wieder unsere Räume putzen mussten habe ich mir was einfallen lassen das in deine Situation auch passen könnte: Mach daraus ein Spiel, jawoll ein Spiel! Auch wenn das in erster Linie aussieht als ginge das nach hinten los, dass die Kids weiter verspielt bleiben. Teile deine Kiddies in Gruppen ein die müssen verschiedene Sachen durchmachen, entweder mit Zeitdruck (dafür gibt es Punkte) oder mit Qualität (kann natürlich beides oder abwechselnd verwendet werden). Am Trainingsende gibst du die Siegergruppe einen Preis, keine Ahnung eine Süssigkeit.

nette Grüße aus Österreich, Silencer

Geändert von Silencer (09.01.2010 um 14:37 Uhr).
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  #3 (permalink)  
Alt 15.01.2010, 10:59
Benutzerbild von Raiko
Administrator
 
Registriert seit: 24.04.2007
Ort: Hansestadt
Beiträge: 374
Beitrag Boxen

Hallo,

Kindertraining, grade im dem alter, hat viel mit Spielen zu tun. Aber es gibt genug spiele die schon etwas mit dem Sport und den dahinter gewollten Zielen zu tun hat. Doch dazu später mehr.
Erst einmal, ist meiner Meinung nach, 6-10Jahre genau das richtige Alter, um mit dem Boxen oder irgendeiner Sportart ( außer Fitness ) anzufangen. Denn grade in diesem Alter kann man sehen ob ein Sportler dafür geeignet ist oder nicht. Sprich Koordination usw. Denn nur so kann man wirklich Talente sichten, ausbilden und zu einem eventuell großen Sportler machen. Ich selbst habe mit sieben angefangen das Boxen zu erlernen. Klar habe ich Fußball, Karate und Basketball ausprobiert, aber ich bin beim Boxen geblieben. Für mich war es gut, so eine Sportart ausgeübt zu haben und aus zu üben, denn statt aggressiv zu werden wurde ich eher ausgeglichen. Denn nach einem harten Training hatte ich keine Lust mehr „Scheiße“ zu bauen. Jedenfalls nicht, Anderen mit Absicht, Gewalt an zu drohen oder es an Ihnen aus zu probieren. Das ist in meinen Augen, eine total falsche Sichtweise des Kampfsports. Mist gebaut hat jeder und ich wahrlich genug. Doch Ich bin nicht aggressiv und gewalttätig, weil ich Boxen von Anfang an erlernt habe! Und bis jetzt hat es mir auch nicht geschadet. Mit denen ich trainiert und zusammen gekämpft habe, geht es genau so.

So jetzt zum Kindertraining:
Ich habe in Hamburg letztes Jahr( drei, vier Monate) eine Kindertruppe, aber auch Erwachsene und Jugendliche mit meinem Onkel zusammen trainiert. Am Anfang bestand die Trainingsgruppe aus allen Altersklassen. Die wurden erstmal aufgeteilt. Mit den Kindern war es am Anfang auch nicht einfach, die Gruppe bestand zu dem aus den verschiedensten Nationalitäten. Disziplin war ein Fremdwort. Doch als später Struktur dank meines Onkels rein gebracht wurde, lief das Training reibungslos.
Wie? Vor dem Training ließen wir antreten, mit Sport frei usw. Das wichtigste ist die Kommunikation während dieser „Phase“ ,man kann den Kindern Fragen stellen und sie lernen dabei ruhig und ordentlich in einer Reihe zu stehen. Hört sich sehr militärisch an, aber die Wirkung liefert den Beweis. Es gab natürlich auch Spiele und Fußball war eins davon, ich mochte es immer, wenn Fußball auf dem Programm stand. (Verletzungen sind natürlich eine Gefahr)! Man kann aber auch z.B. Feuer, Wasser, Sturm spielen oder versch. Koordination Übungen machen, so wie du es schon beschrieben hast. Doch klar muss man ihnen auch Boxen beibringen, darum geht es ja. Das das nicht immer Spaß macht, ist auch eindeutig. Doch grade im diesem Alter finde ich, spielt der Spaß eine ganz wichtige Rolle. Man braucht ein gewisses Händchen für den Umgang mit den kleinen, man muss ihnen ein Ventil für ihre noch ungebremste Aktivität geben. Ich weiß es waren nicht viele Tipps, es gibt von anderen Trainern hier sicherlich noch viel mehr zu diesem Thema.

Ich wünsche die viel Erfolg mit den Kleinen, sie sind die Talente und großen Boxer von morgen. Und selbst wenn nicht alle die Überflieger werden, haben auch wir als Trainer einen ganz großen Anteil an ihrer Entwicklung und Erziehung. Auch wenn man sich manchmal mehr als Sozialarbeiter fühlt und nicht als Trainer, muss man sich seiner riesen Verantwortung bewusst sein.

LG Raiko
__________________
Sine Metu " sei ohne Angst "
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  #4 (permalink)  
Alt 16.01.2010, 07:56
Benutzerbild von BCGütersloh
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 20.09.2008
Ort: Gütersloh / NRW
Beiträge: 452
Lächeln

Zunächst einmal Danke für Eure Antworten.

Es freut mich zu hören, dass ihr Kindertraining auch in dem Alter für sinnvoll erachtet.

Ich habe mir nocheinmal Gedanken dazu gemacht und habe festgestellt, dass trotz hoher Fluktuation 4 Jungs schon seit 2 Jahren regelmässig kommen. Vielleicht sollte man die Fluktuation nicht zu perönlich nehmen; denn diese ist sicherlich in vielen Vereinen in dem Alter recht hoch.

Werde versuchen, insbesondere mit den fleissigen Jungs mehr zu sprechen über Spaß und Spiel, Schule und die Perspektive im Boxsport. Ich denke, dass Raikos Äusserung zu unserem erzieherischen Auftrag hier sicherlich neben dem rein sportmotorischen Auftrag eine große Rolle spielt.


Besten Dank schonmal für eventuelle weitere Anregungen und viel Spaß all denjenigen, die auch "Vaterersatz" mit 10 wilden Kindern spielen dürfen.

Gruß BCGütersloh

P.S.: Feuer, Wasser, Sturm bzw. Sand spielen sogar Berufsschüler mit 20 Jahren noch gern. Ein "sensationelles", einfaches Aufwärmspiel!

Geändert von BCGütersloh (16.01.2010 um 07:58 Uhr). Grund: Ergänzung
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  #5 (permalink)  
Alt 19.01.2010, 09:49
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 27.08.2008
Beiträge: 217
Standard

Also als erstes würde ich besonders beim Kindertraining nichts persönlich nehmen und als zweites würde ich ein paar der Unbelehrbaren gleich rausschmeißen. So habe ich das gemacht, denn ein paar faule Äpfel verderben den ganzen Korb. Die meisten Trainer arbeiten ehrenamtlich und ich sehe nicht ein, warum sie sich ihre Arbeit durch irgendwelches Gesindel vergällen lassen sollen. Der Rausschmiss muss übrigens endgültig sein, sonst hat er keine Abschreckungswirkung.

Bei den Trainingsmethoden und -inhalten wird es schon etwas schwerer. Spiele usw. gehören natürlich dazu, nur sollte man viel Boxtechnik einbauen. So kann jeder Jüngling Box-Schlagtechniken erlernen, nur bei den Verteidigungstechniken wird es problematisch, weil man die in Partnerübungen erarbeiten sollte. Bei den Jünglingen endet das dann meist im Chaos. Anstatt Partnerübungen würde ich mir 1-2 talentierte herausgreifen und mit ihnen die Verteidigungstechniken üben, also Trainer und Nachwuchsboxer. So hat man die Kontrolle und der Rest wird evtl. neidisch und strengt sich an, um auch mal mit dem Trainer trainieren zu dürfen.

Aber wie gesagt, das wichtigste ist, sich nicht verrückt machen zu lassen.
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