Ich glaube Crovean möchte wissen welche Mechanismen für den Zuwachs der Kraft im menschlichen Körper verantwortlich sind. Also was bewirkt den Kraftzuwachs genau.
Ich schiesse jetzt ohne erneutes Literaturstudium ein wenig aus der Hüfte:
im wesentlichen werden durch das (Kraft-)Training 3 Vorgänge ausgelost:
(1)Intramuskuläre Koordination
(2)Intermuskuläre Koordination
(3)Querschnittszuwachs
(1) Bedeutet: Die einzelnen Fasern EINES Muskels laufen koordinierter ab, das heisst werden zeitrichtiger aktiviert, so das mehrere Muskelfasern 'gleichzeitig' Kraft aufbauen. Ähnlich wie beim Tauziehen, wenn die Gesamte Tauziehmanschaft im Rythmus gleichzeitig zieht ist die Manschaft als gesamtes stärker, als wenn alle unordentlich mal kräftig und mal nicht so kräftig ziehen.
(2) Das 'Zusammenspiel' zwischen UNTERSCHIEDLICHEN Muskeln die an einer Bewegung/Übung beteiligt sind verbessert sich. Bei komplexen Kraftübugen ist eine Vielzahl von Muskeln an der Bewegung beteiligt z.b. Beine,Po und Rücken, hierbei verbessert sich auch das Zusammenspiel der Muskeln untereinander.
(3) Je größer der Querschnitt des Muskels, desto größer ist die Kraft die er aufbringen kann. Hierbei ist jedoch auch zu beachten wie die Phasern im Muskel angeordnet sind. Es gibt hier auch Fachbegriffe. Man muss um den richtigen Querschnitt zu betrachten so in Gedanken durch den Muskel schneiden, dass der Faserverlauf senkrecht auf der entstehenden Fläche ist. Ich glaube es wird phyiologischer Querschnitt genannt, es kann aber auch sein dass ich mich jetzt genau vertue.
Prinzipiell kann man die maximal verfügbare Kraft eines Muskels berechnen in dem man die Kraft pro Fläche mit dem Querschnitt multipliziert. Dabei sind jedoch die ersten beiden Faktoren nicht berücksichtigt und 2. wirken die muskeln ja nicht direkt nach aussen, sondern über die Knochen, somit entstehen i.d.R. Hebelarme, damit Winkel und somit Drehmomente.
Nehmen wir z.B. den Bizeps der (nicht alleine) das Ellenbogengelenk bewegt ist der Arm ausgestreckt greift der Bizeps mit einem anderen Winkel am unterarm an als wenn der Ellenbogen einen Winkel von 90° hat. Dadurch verhalten sich die Drehmomente anders. In der Praxis merken wir das daran, das wir wenn wir z.B. über einen gewissen Winkel hinausgekommen sind beim Bewegen einer Last, es plötzlich müheloser geht. Wer z.b. Klimmzüge macht, wird feststellen, dass es schwerer ist sich aus dem komplett hängenden(arme ganz gestreckt) Zustand nach oben zu ziehen, als aus dem 'Arme bei Beginn in 90° Winkel' Zustand.
Ich hoffe ich habe deine Frage richtig interpretiert.
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