Zitat:
Zitat von R.Gers
Übung: Strecke den Arm und stabilisiere ihn vor dem Boxgerät mit einem Abstand von 30 - 50cm, nur setzte einen Schritt und drehe Körper und Hüfte schnellkräftig ein, ohne den Arm zu bewegen. Achte darauf, dass der Schritt mit Auftreffen auf das Ziel vollständig abgeschlossen ist.
Hierbei wird Dir deutlich, welchen Anteil die richtige und dynamische Körperbewegung/Beinarbeit hat.
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Das ist eine tolle Lehrreiche Übung, das muss ich beim nächsten Training direkt ausprobieren!!!
Physikalisch beleuchtet spielt der Bodenkontakt die entscheidende Rolle. Denn wie schon erwähnt enstammt die 'Kraft' des Schlages nicht dem Arm, sondern aus der Wechselwirkung mit dem Fußboden, wenn man die FH so ausführt. Der Arm braucht eigentlich Kraft um nicht wie eine Lanze abzuknicken. Also die Streckunf im Moment des Auftreffens zu halten. Die 'Hauptstoßkraft' kommt jedoch aus dem hinteren Bein, das über die Haftreibung mit dem Boden wechselwirkt. Wer sich das jetzt nicht ganz vorstellen kann, der stelle sich vor er stünde auf dem Eis und versucht nun zu schlagen, man kann sich nicht vom boden abdrücken, und der schlag kommt so nur aus dem arm. In diesem Fall ist die Reibung mit dem Boden gleich null, und so auch die wechselwirkung nicht vorhanden, und die ist genau das entscheidende hier.
Und da die Kraft im wesentlich aus den Beinen kommt und nicht aus den Armen, ist es meiner Meinung nach, taktisch sinnvoller sich eine saubere technik anzugewöhnen als sich dicke Arme anzutrainieren. Dicke Arme haben mehr Masse und die ist eben genau durch Ihre Trägheitseigenschaft definiert.
Apropos Kraft, die definition Kraft = Masse x Beschleunigung ist fürs Boxen i.d. meisten Fällen ausreichend. Allgemeiner muss man jedoch sagen, dass Kraft Impulsänderung pro Zeit ist. Die impulsänderung geschieht in den meisten fällen natürlich durch Beschleunigung. Weil ich eine komponente, nämlich die geschwindigkeit, pro zeit ändert. jedoch kann sich auch die andere Komponente ändern, nämlich die masse! Genau dies kommt bei Raketen zum Einsatz. Wer das direkt erfahren möchte, der kann wieder auf die Eisfläche gehen, ein Gewicht oder einen Partner nehmen. und einfach das Gewicht, nicht zu leicht, von sich wegdrücken. Man hat seine masse nun verringert und bewegt sich genau von dem gewicht weg. je schneller man das gewicht wegdrückt desto schneller ist die gewichtsänderung und und damit die impulsänderung und desto größer ist die beschleunigung die man erfährt.
übringens wirken hier, vorausgesetzt sei ideales eis sprich keine reibung, keine äusseren kräfte(aufgrund der mangelnden reibung auf dem eis) auf das system, so dass der gemeinsame schwerpunkt aus gewicht und versuchsperson seine position nicht verändert. Raketen werfen nun keine gewichte von sich weg, sondern verbrennungsgase, diese haben nur eine kleine masse, jedoch sind sie sehr schnell so dass die resultierende kraft sehr hoch ist. Die Rakete verliert also schnell an Masse -> erfährt eine hohe Kraft -> aus dieser resultiert wiederum die hoche Beschleunigung.
Ich bin nun ein wenig OffTopic geworden, aber vielleicht interessiert sich ja der ein oder andere für die Hintergründe... ich finde es interessant herauszufinden das 'Technik' eine Naturwissenschaftliche Grundlage hat und nicht irgendetwas mystisches ist. sportler wenden die erkenntnisse der physik oft aus erfahrung richtig an, aber ab und zu hilft eine etwas allgemeinere sichtweise jedoch um den ein oder anderen bewegungsaublauf zu optimieren, wenn man genau 'hinschaut' und erkennt, worauf es ankommt, und was wichtig ist.
Apropos, nur am Rande möchte ich bemerken, dass Jack Dempsey in seinem Lehrbuch aus den 50er Jahren den sogenannten 'Falling Step' beschreibt. Wenn ich seine 'Ergüsse' richtig interpretiere, wollte er auf genau diese Technik mit dem Körpergewicht hinaus, jedoch sind seine naturwissenschaftlichen erklärungen doch eher hanebüchen und babys die vor LKWs fallen und diese bei voller Fahrt beschädigen vielleicht doch etwas 'unglücklich' gewählt.