Im Prinzip zählt der sportliche Wert beim Profi-Boxen gar-nicht!
Das einzige was zählt, ist das Geld das man mit einem Kampf verdienen kann. Du suchst dir 2 Boxer/innen, von denen du dir versprichst, dass der Kampf möglichst viele Leute dazu bringt Geld zu bezahlen um den Kampf zu sehen.
Alles andere sind nur Hilfsmittel um genau das zu erzeugen. Ein Weltmeistergürtel eines Verbandes ist ein Marketingwerkzeug, das einfach Aufmerksamkeit erregt! Auch der der sich Boxen sonst nicht anschaut, will einen Weltmeisteschaftskampf sehen. Ähnlich wie das Fussball WM Finale! Das schauen auch die die Bundelsliga und erst recht den Verbandsligaclub von nebenan total langweilig finden.
Aktuelles Beispiel ist Sergio Martinez, der hat den WBC WM Gürtel gewonnen, und legt ihn wieder ab, weil er seinen Titel gegen Zbik verteidigen müsste. HBO, der Sender der das meiste Geld bezahlt, sagt aber: Den bekommen wir nicht vermarktet - was sagt sich das Management von Martinez? - Leg den Gürtel ab, jeder weiss du bist der 'wahre Weltmeister' - keiner wird Zbik für einen 'wahren Weltmeister' halten, die WBC steht wie ein Deppenverein da (zu recht oder unrecht - das sei dahingestellt) und Sergio boxt gegen Dzinurik für mehr Geld als hätte er einen WM Gürtel. Hier kann man die Gewichtung ganz klar ablesen!
Als Lösungen kannst du vielleicht boxrec.com nehmen, die haben ein transparentes Punktesystem ("computerweltrangliste"), oder den Gürtel des Ring Magazines (gehört allerdings Oscar de la Hoya, dem auch Golden Boy Promotion, ich glaube mittlerweile neben Arum der wichtigste Promoter der Welt)
Die Verbände setzen sich ja übrigens aus den einzelnen Promotern zusammen. - und die Verbände erhalten Geld für jeden Kampf und je 'hochklassiger' desto mehr Gebühren - manche sind sogar prozentual an den einnahmen beteiligt. Deshalb sind deren 'Weltranglisten' auch 'relativ'!
Die Promoter haben aber auch eine gewisse Vor-filter und Qualitätssichernde Funktion - ein Top-Promoter wird einem Vollpfosten keinen Vertrag geben, so dass diese sich gar nicht rumtummeln. Nur diejenigen bei denen ein Promoter davon ausgeht, dass er ein paar Euro verdienen kann(und das geht nur durch Siege) bekommen einen Vertrag und damit 'Zugang' zum Professionellen Boxsport.
Vielleicht ist das auch der Grund der Verbandsvielfalt: Es gibt ne Menge Leute, die genau wissen, dass Sie nie WBC oder IBF Weltmeister werden, aber die wollen auch boxen, so mehr aus Spass, "so halbprofessionell" halt.

und die brauchen dann auch einen Verband und promoter etc. und dann entstehen diese ABC BCA GHM blabla bla Verbände halt.
Bei den Kickboxern hab ich keinen durchblick, aber dieser Sport ist ja erst schätzungsweise in den späten 70er und 80er Jahren populär geworden und hat vorher nicht so richtig stattgefunden, da hatte man das mit dem marketing schon ganz gut drauf und jeder Studio-Betreiber hat wohl seinen eigenen Verband gleich mitaufgemacht. Beim Boxen hat man vielleicht das Glück, dass es eine lange historie gibt und sich so aus ursprünglich einem Verband über umwege schliesslich 4 bedeutende entwickelt haben.
Und früher, waren die Weltmeistertitel doch auch nur in Amerika - Europa und der ganze Osrblock plus Kuba spielte doch keine Rolle...von daher waren das eigentlich auch nur US-Meister. Apropos die erste splittung der Verbände war zu Alis Zeiten.