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Alt 29.05.2010, 13:05
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Daumen hoch Punktsieg für Sturm gegen Universum

Keilerei unter Boxern

Punktsieg für Sturm gegen Universum

Der Rechtsstreit dürfte die Machtverhältnisse der ganzen Branche erschüttern: Der Promoter Universum hat kaum Chancen, mit dem Mittelgewichtler Felix Sturm das letzte Zugpferd im Stall zu behalten - sein Vertrag ist wahrscheinlich sittenwidrig. von Axel Kintzinger, Hamburg Der von einigen Experten erwartete Fall Bosman des Boxsports ist es nicht geworden - aber der vorläufige Ausgang eines Rechtsstreits zwischen dem Mittelgewichtler Felix Sturm und seinem bisherigen Arbeitgeber, dem Hamburger Boxstall Universum, dürfte die Kraftverhältnisse in dieser Branche erheblich verändern.
Der 31-jährige Sturm ist Superchampion des Weltverbands WBA und stand bis November 2009 bei Universum unter Vertrag. Der aus Bosnien stammende Deutsche ist eines der letzten Zugpferde des kriselnden Boxunternehmens aus Hamburg, dem zuvor ja auch schon die Klitschko-Brüder abhandengekommen waren.


Felix Sturm und Promoter Klaus-Peter Kohl

Universum wollte deshalb die im Vertrag festgeschriebene einseitige Option nutzen, Sturm weiter an sich zu binden. Dagegen ging der Boxer vor. Er hat sich zwischenzeitlich schon mit seiner Firma Plus One Promotion in Köln selbstständig gemacht. Wie es nach dem Anhörungstermin am Donnerstag vor dem Landgericht Hamburg aussieht, hat er mit seinem Vorstoß Erfolg. Das Gericht bot zur Vermeidung eines Urteils einen Vergleich an und machte während der Verhandlung klar, dass es den umstrittenen Vertrag für mindestens unausgewogen, vielleicht sogar sittenwidrig hält.
Prozessbeobachter wie der Sportrechtsexperte Hermann Lindhorst von der Hamburger Kanzlei Schlarmann von Geyso gehen davon aus, dass der Boxstall von Promoter Klaus-Peter Kohl sich auf den Vergleich - einmalige Zahlung von Sturm an Universum plus eine Abfindung für jeden weiteren Kampf - einlässt. Denn es ist nicht das erste Mal, dass Kohl vertragsrechtlich angezählt wird. Mitte März hatte das Landgericht Kleve den Kontrakt des Boxers Koren Gevor ähnlich kritisch bewertet.


"Die Rechtssicherheit ist jetzt für beide Seiten größer", beurteilt Lindhorst den Ausgang des Sturm-Verfahrens. Universum hatte erfolglos argumentiert, im Falle einer Niederlage in wirtschaftliche Schwierigkeiten zu geraten. Schließlich habe man Geld und Zeit in den "Aufbau" eines Profiboxers investiert und wolle dann, wenn der Athlet reif für große Kämpfe ist, sich durch die Optionen auch eine entsprechende Rendite sichern.
Sturm hält auch den Zustand, dass Manager und Promoter in Europa oft identisch sind, für sittenwidrig. In den USA hingegen ist die Trennung beider Funktionen gesetzlich vorgeschrieben. "Mir geht es darum, dass Boxer ordentlich an dem beteiligt werden, was sie erwirtschaften", fordert der Mittelgewichtchampion.


  • 28.05.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland



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Alt 29.05.2010, 13:51
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das wird ja auch mal Zeit
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