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Alt 13.04.2008, 12:18
Benutzerbild von Ararat
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Standard Sebastian Sylvester vs. Javier Castillejo

Sylvester siegt durch K.o. – Murat gewinnt EM
Hurrikan fegt Castillejo weg – Murat entthront Sanavia


Was für ein Kampf! Als Sebastian Sylvester Javier Castillejo in der 12. Runde mit einer krachenden Rechten zu Boden schickte, kannte der Jubel in Neubrandenburg keine Grenzen. Schon vorher hatten die begeisterten 4.600 Zuschauer das ausverkaufte Jahnsportforum in ein wahres Tollhaus verwandelt und den dramatischen Kampf mit stehenden Ovationen begleitet. "Das war wirklich unglaublich", jubelte der alte und neue Europameister hinterher. "Die Zuschauer haben mich heute zum Sieg geschrieen."


Der Hurrikan war in der Form seines Lebens

Nach allen Regeln der Boxkunst hatte der Hurrikan seinen Gegner in zwölf dramatischen Runden auseinandergenommen – und das, obwohl ihn seit der zweiten Runde ein tiefer Cut über dem rechten Auge behinderte, der nach einem unabsichtlichen Kopfstoß entstanden war. Sylvester: "Ich konnte nichts mehr sehen, das hat mich ganz schön geärgert. Doch ich musste einfach weitermachen." Das tat der 27-Jährige auch – und wie. Gleich zu Beginn der dritten Runde schüttelte er den ehemaligen Weltmeister mit einer Links-Rechts-Kombination durch. Doch Castillejo zeigte sich unbeeindruckt und hielt dagegen.


Immer wieder brachte Sylvester die Linke ins Ziel

Es entwickelte sich ein spannender Kampf, der spätestens in der sechsten Runde die Zuschauer von den Sitzen riss. Sylvester explodierte und prügelte Castillejo durch den Ring. Zwei Punktrichter werteten die Runde wegen der außergewöhnlichen Dominanz gar mit 10:8 für den Greifswalder. Schwer gezeichnet rettete sich Castillejo in die Pause. "Von da an war das Ding gelaufen", so Trainer Hartmut Schröder. "Das war schon fantastisch, wie Sebastian das gemacht hat." Immer wieder schlug die linke Führhand in der Folge bei Castillejo ein, und auch die Rechte richtete erheblichen Schaden an. Aber der Ex-Weltmeister bewies Kämpferherz und hielt dagegen – bis zur letzten Runde.


Das Ende in Runde 12

Während von den Rängen "Oh, wie ist das schön" klang, schickte der Hurrikan seinen Gegner mit einer hammerharten Rechten zu Boden. Minutenlang musste der Spanier behandelt werden, ehe er den Ring aus eigener Kraft verlassen konnte. "Ich habe mich schon gewundert, warum er gar nicht K.o. geht", so Sylvester. "Aber Arthur hat ja auch in der letzten Runde gewonnen, darum dachte ich, warum soll ich es also nicht auch so machen?"


Jetzt kämpft Sylvester um die WM gegen Felix Sturm

Als nächstes steht für den Europameister nun das lang ersehnte Duell mit WBA-Weltmeister Felix Sturm an. "Ich nehme an, dass ihm vor dem Fernseher schlecht geworden ist, als er das hier gesehen hat", sagte Manager Winfried Spiering. "Wir marschieren weiter." Und Sauerland-Geschäftsführer Chris Meyer fügte hinzu: "Sebastian ist der neue Pflichtherausforderer von Felix Sturm. Wir haben bis Oktober Zeit, ihn herauszufordern."


Karo Murat ist neuer Europameister im Super-Mittelgewicht

Und auch Karo Murat hat es geschafft. Der Schützling von Trainer Ulli Wegner entthronte am frühen Sonntagmorgen den bisherigen Europameister Cristian Sanavia (33) mit einem einstimmigen Punktsieg (115:112, 114:113 und 116:111). "Ich bin überglücklich über den EM-Titel. Sanavia ist ein toller Kämpfer, sehr erfahren - das hat man gesehen. Doch ich habe oft eine Hand mehr im Ziel gehabt als er", zog der neue Europameister nach dem Fight ein positives Resümee.


Die rechten Aufwärtshaken von Karo Murat sorgten oftmals für Gefahr

Gerade in der Anfangsphase erkämpfte sich der 24-Jährige Vorteile. Zwar agierte Sanavia fast permanent im Vorwärtsgang, doch sein in Kitzingen aufgewachsener Kontrahent brachte immer wieder seine rechten Aufwärtshaken ins Ziel. Obwohl Murat an Reichweite überlegen war, wirkte er auch im Infight einen Tick schneller als sein italienischer Gegner. Ab dem dritten Durchgang kam der Titelverteidiger jedoch auf, nutzte Deckungslücken seines Widersachers zu Treffern mit der Linken.


Karo Murat nutzte zeitweise seine Reichweitenvorteile geschickt aus

Am Ende des fünften Durchgangs riss Karo Murat das Geschehen jedoch wieder mit guten Aktionen an sich. Vor allem die Führhand und seine rechten Haken zum Körper sorgten für Gefahr. Selbst ein Cut über dem linken Auge - entstanden durch einen unabsichtlichen Kopfstoß seines Konkurrenten - brachte den jungen Herausforderer nicht von seiner Linie ab. Ab der achten Runde hielt Sanavia wieder besser dagegen. Doch im neunten Durchgang ging er unnötig auf die Knie und wurde von Ringrichter Dave Parris angezählt.


Karo Murat und Ulli Wegner freuen sich über den Sieg in Neubrandenburg

In der Schlussphase verbuchte Murat erneut die besseren Aktionen für sich. Seine rechten Hände fanden häufiger das gewünschte Ziel. Doch auch Cristian Sanavia blieb gefährlich. Der Rechtsausleger aus Piove di Sacco rüttelte seinen Gegner einige Male mit linken Haken zum Kopf durch. Auch ein Punktabzug in der letzten Runde änderte jedoch nichts daran - Karo Murat lag auf den Wertungszetteln aller drei Punktrichter am Ende vorne. "Ich wusste, was auf uns zukommt", sagte Trainer Ulli Wegner auf der Pressekonferenz nach dem Kampf, "natürlich gibt es noch ein paar Dinge zu verbessern, doch jetzt können wir erst einmal über den Sieg glücklich sein."

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Alt 13.04.2008, 12:21
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Standard Re: Sebastian Sylvester vs. Javier Castillejo

Super Kampf war das !!! hat mir sehr gefallen, nachdem Sylvester den Spanier bombadiert hatte mit seinen schlägen hat der Spanier geschwächelt ist aber nicht umgefallen beeindruckend mit 40 jahren Karo Murat war auch gut gegen den Starken Mann aus Italien. Karo Murat ist ja gebürtiger Armenier das wusst ich noch gar nicht ^^ noch einen Landsmann dazu ;D
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Alt 13.04.2008, 14:17
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Standard Re: Sebastian Sylvester vs. Javier Castillejo

Hab die beiden Kämpfe auch mitverfolgt und muss sagen,dass die Kämpfe schon sehr geil waren
Doch finde ich persönlich,dass der sylvester nicht der beste in der Ausfürhung von Techniken ist :E
Mehr als eine Links-Rechts-Kombi. sah man bei ihm ja nicht die allerdings trotzdem zum Sieg reichten =)
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Alt 13.04.2008, 14:45
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Standard Re: Sebastian Sylvester vs. Javier Castillejo

Hi, Ihr Freunde des Faustkampfes!

Ohne Sylvesters Leistung schmälern zu wollen, so müssen wir doch alle zugeben, dass das bei weitem nicht der Castillejo war, den wir aus dem Sturm-Kampf kennen.
Wie ist dieser dramatische Leistungsabfall zu erklären, ist Castillejo in so kurzer Zeit zu alt für den Boxsport geworden oder hat er Sylvester einfach nur unterschätzt? Keine Frage, er war langsam - langsam auf den Beinen, langsam mit den Fäusten. Er boxte zu offen, und die Meidbewegungen „kündigte“ er meistens vorher an.
Sebastian hat gut geboxt: Beinarbeit, Jab – Top! Wie stark seine Leistung schlussendlich zu bewerten ist, wird sich in dem nun anstehenden Sturm-Fight zeigen.
Es ist für mich aber unentschuldbar und unsportlich, dass sich Sylvester mit seiner Crew so frenetisch feiern lässt, während Castillejo minutenlang bewegungslos auf dem Boden liegt. Sorry, damit ist mir Sylvester und schon gar nicht sein nervender Trainer sympathischer geworden.
Auch sollte es langsam zu Sylvester vorgedrungen sein: Sein zukünftiger Gegner heißt schon seit Jahren nicht mehr Adnan Catic sondern Felix Sturm, der in Leverkusen geboren wurde und – genau wie Sylvester - ein deutscher Boxer ist.

Grüße
Limette
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  #5 (permalink)  
Alt 13.04.2008, 16:56
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Standard Re: Sebastian Sylvester vs. Javier Castillejo

Ich nehme an, das „unentschuldbare und unsportliche Benehmen“ hat Sebastian gar nicht böse gemeint.
Vor dem Kampf haben die Wenigsten auf ihn als Favouriten gesetzt,
obwohl er ja der eigentliche Titelträger war (und ist).
Der Druck war enorm, er hat sich nun mal einen möglichst schwierigsten Gegner ausgesucht,
der auch dafür berühmt ist, ein harter Bursche und Nehmer zu sein – da kann ich die Freude nachvollziehen,
einen solchen Gegner KO zu schlagen. Vor allem dann, wenn Niemand das Dir zutraut und das noch laut und überall ausspricht.
Seine Freude war wohl die Natürlichste und auf keinen fall die Bösartige.
Aber die Eindrücke können wohl verschieden sein...
Ich mag Silvester gerade deswegen,
dass er geradlinnig die Dinge mit Ihren Namen nennt und niemals den arroganten Unsinn quaselt.
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  #6 (permalink)  
Alt 13.04.2008, 19:21
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Standard Re: Sebastian Sylvester vs. Javier Castillejo

Ich denke genau wie Sai-ya-Jin
Eigentlich hatte doch vor dem kampf jeder mit einem klaren Castillejo Sieg gerechnet und auch wie sturm vor dem kampf ihn nicht respektiert hat fand ich sehr sehr schlecht.
Dann zu siegen gegen so einen harten brocken durch kO (und was für einer) und damit alle mäuler zu stopfen die vorher nicht mit ihm gerechnet haben finde ich echt beeindruckend
Ich hab mich richtig für ihn gefreut für ihn vor dem fernseher das man durch harte arbeit so was schaffen kann

auszug ausm sturm interview vor seinem pittman kampf :

Sturm: Ja, absolut, das ist spektakulär für die Boxfans. Und Sebastian ... wie heißt der weiter?

ZDFonline: ... Sylvester.

Sturm: Ach so, ja, ich weiß gar nicht, wie der heißt. Der Typ ist total uninteressant, er ist eine Pflaume. Ganz klar. Der kann überhaupt nichts. Gegen Castillejo wird er die Erfahrung machen, dass das ein ganz anderes Kaliber ist.




das meine ich damit
sylvester hat taten sprechen lassen

(ganz ehrlich ich finde momentan nich die richtigen worte :P)
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  #7 (permalink)  
Alt 14.04.2008, 10:14
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Standard Re: Sebastian Sylvester vs. Javier Castillejo

Wie diese Szenen nun "gemeint" waren, konnte man via TV nun wirklich nicht beurteilen, es war zumindest gedankenlos und ließ mangelnde sportliche Fairness erkennen. Hierzu gehört nämlich auch die Wertschätzung des Gegners, im aktuellen Fall, dass man sich auch nach dessen Wohlbefinden erkundigt.
Aber was haben wir gesehen: einen sich euphorisch freuenden Sylvester, der sich nicht die Bohne um seinen Kontrahenten gekümmert hat, einen dummes Zeug labernden Schröder und eine "Oh wie ist das schön!" grölende Menge. Und das angesichts eines über mehrere Minuten am Boden liegenden, bewusstlosen Castillejo. Für dieses Gebaren hatte nicht nur ich, sondern auch die übrigen Kneipengängen nur Unverständnis und Kopfschütteln übrig. Hinzu kam, dass der Kommentator die Zuschauer darüber informierte, dass Castillejo wohl seine Zunge verschluckt habe. Wir erinnern uns: Der Zungenmuskel erschlafft, rutscht nach hinten und blockiert die Luftröhre, so dass man ersticken kann. Oh, wie ist das schön!

Ihr merkt sicher, dass ich noch immer emotional sehr geladen bin, aber ich war angesichts des wie leblos daliegenden Castillejo verbunden mit den sich im und um den Ring abspielenden Jubelszenen wirklich total erschrocken und entsetzt.

Gruß
Limette
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  #8 (permalink)  
Alt 14.04.2008, 12:23
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Standard Re: Sebastian Sylvester vs. Javier Castillejo

Ich sehs genau Wie Limette er könnte doch kurz zu seinem Gegner gehen, und nachschauen ob alles ok ist. Dann könnte er oder könnten sie von mir aus Tage länge rumbrüllen. Aber da hätte vielleicht jemand sein leben gelassen mit sowas ist nicht zu Spassen!
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  #9 (permalink)  
Alt 14.04.2008, 15:19
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Standard Re: Sebastian Sylvester vs. Javier Castillejo

Man muss aber auch sagen das man während dem anschliesendem karo murat kampf man gesehn hat wie sylvester und schröder nochmal in Castillejos kabine gegangen sind und nochmal geredet/shakehands gemacht haben. ich denke auf keinen fall das sylvester "absichtlich" sich nich um ihn gekümmert hat sondern das die emotionen so hoch gekocht haben in diesem moment das er gar keinen sinn für die situation von Castillejo hatte
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  #10 (permalink)  
Alt 14.04.2008, 18:55
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Standard Re: Sebastian Sylvester vs. Javier Castillejo

Also, mal ehrlich, was hätte da Sebastian tun sollen? :
Um Castilejo hat sich bereits, wie es sich gehört, eine ordentliche Menge versammelt,
ich nehme an, darunter war mindestens ein Arzt und genügend Personal, das dafür ausgebildet ist,
die Boxer in solchen Situationen zu versorgen. Wahrscheinlich wäre es romantischer
und idealtypisch zum Dahinschmelzen, wenn Silvester alle auf die Seite gestoßen
und versucht hätte die Castilejo’s Zunge auf ihren ursprünglichen Platz zu holen?
Wäre das eine Geste, die Sebastian noch erzeugen musste, um 100% Everybody’s Darling zu werden?
Ich glaube auch da war er ehrlich und hat seine unendlichen Freude den freien Lauf gelassen,
in Zuversicht, dass Castilejo schon nicht allein da auf den Brettern liegt und auf jeden Fall professionell versorgt wird,
und nicht nur auf die Demonstration vom Silvesters Mitgefühl angewiesen ist.
Hätte er das so getan, wäre er für mich eher ein Heuchler.
Es fragt sich, wieso stellt sich ein Profi-Kampfsportler in den Ring gegenüber dem Anderen:
wie viel Mitleid und Sorge und wann ist da angebracht?
Man will den Anderen so stark wie möglich hauen,
und gleichzeitig sollte man besorgt sein, dass man blöß nicht zu stark haut... ?
Da kann man sich gleich mit Diagnose Schizophrenie als Kampfsportler abschreiben.
Silvester hat das zu dem richtigen Zeitpunkt getan und zwar nicht um allen zu zeigen,
wie toll er ist, dass er sich jetzt sofort um den Gegner kümmert, sondern nach Möglichkeit diskret.
Aber ich glaube am besten ist es, Silvester selbst zu fragen:
was er nach 1 Sekunde nach den KO und was nach 5 Minuten gefühlt hat.

Zu diesen Meinungsverschiedenheiten:
von Objektivität darf man hier gar nicht sprechen,
die menschlichen Beurteilungen beruhen wohl meistens auf den Sympathien und den Abneigungen.
Das ist ganz menschlich: wenn man Jemanden nicht so gerne hat,
sieht man viel schneller etwas Negatives in ihm.
Ich kenne das gut, mit ist z.B. Dimitrenko unsympathisch,
da beschuldige ich ihn ganz gerne etwas schneller der Unsportlichkeit als z.B. Abraham

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