
19.07.2011, 04:24
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Abnehmen mit Boxen?
Hi,
ich bin 18 Jahre alt und wiege ca. 120 ungesunde Kilo. Ich habe sehr lange American Football gespielt und da war mein Gewicht mir nie im weg, es hat einfach alles gepasst. Nun war ich durch einen Umzug gezwungen aufzuhören und jetzt würde ich gerne Abnehmen da ich merke das es so ganz ohne Sport nicht mehr so gut läuft. Ich würde gerne mit dem Boxen anfangen, dazu meine Frage: lohnt es sich mit dem Gewicht und meinem Körperumfang(Also mein Gewicht kommt nicht nur durch Muskeln sondern ich bin schon Relativ dick) mit dem Boxen anzufangen? Oder sollte ich erstmal so abnehmen?
Ich war in meinem Heimatort Aktiv in einem Fitnessstudio, dort wurde mir oft gesagt ich soll mein vorhandenes Fett in Muskeln umwandeln und das würde gut beim Boxen gehen.
Is das der richtige weg?
MfG Max
Geändert von shen (19.07.2011 um 07:01 Uhr).
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19.07.2011, 08:12
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Hallo Max, eine Ernährungsumstellung ist Dir auf jeden Fall anzuraten,damit Du in Verbindung mit Sport abnimmst! Egal in welchem körperlichen Zustand (Kondition)Du bist,in jedem Boxverein werden sie Dir helfen! Der Trainer dort wird Dir auch Informationen geben über das Lauftraining,welches Du auf jeden Fall machen solltest! Bei der Ernährung achte darauf,dass Du an den meisten Tagen in der Woche zum Frühstück dunkle Brotsorten oder Bötchen isst!
Beim Mittagessen solltest Du darauf achten,einfach nicht zuviel und nicht zu fett essen! Abendessen auch nicht zuviel,da Du ja ins Training gehst,aber falls Du vor dem Training nichts essen kannst,esse hinterher,jedoch nicht soviel,da Du die Kalorien ja im Schlaf sicher nicht alle verbrennst und so wandeln die sich in Fett um! Kohlenhydrate brauchst Du unbedingt nach dem Training damit Du Dich erholst,jedoch denke daran,dass es die Menge ausmacht die Dein Wohlbefinden,bzw.die Leistung steigert oder auch nicht!
Trinke auch vor jeder Mahlzeit 1/2 Liter Wasser oder Mineralwasser,sodass Dein Magen zur Mahlzeit schon etwas gefüllt ist und Du auch deswegen schon etwas weniger isst!
Achte auch auf die "kleinen Süssigkeiten",denn diese "täglichen Minisünden werden zur Todsünde"! Ein Zitat von Frank Döring,TU München,Institut für Ernährungsphysiologie:
100 kcal pro Tag= 20 Gramm Schokolade oder 13 Gramm Butter mehr als der Energieverbrauch. Das sind 36500 kcal pro Jahr,365000 kcal. pro 10 Jahre!
9000kcal =1kg Fett,das bedeutet dann 40 Kg in 10 Jahren! Das sind dann auch die Diabetes II Patienten,die es immer mehr nicht nur in Deutschland gibt!
Viel Erfolg beim Abnehmen und willkommen im Forum!
MfG
Josef
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19.07.2011, 10:00
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Zitat:
Zitat von shen
Hi,
Ich war in meinem Heimatort Aktiv in einem Fitnessstudio, dort wurde mir oft gesagt ich soll mein vorhandenes Fett in Muskeln umwandeln.
MfG Max
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Solche Aussagen werden leider oft in Fitnessstudios verbreitet, noch schlimmer wenn das von einem sogenannten Trainer kommt.
Fettabbau und Muskelzuwachs schließen sich aus! Für den Fettabbau ist ein Kaloriendefizit nötig und für einen effektiven Muskelzuwachs wird ein Kalorienüberschuss benötigt.
Gruss
Oliver
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19.07.2011, 18:16
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Ich werde mich hier jetzt auch wieder im Fitnessstudio anmelden und einen Box Club aufsuchen.
Danke an Josef für die detailierte Antwort, das hilft mir schon enorm weiter.
Zu Oliver, ja das hatte mir der "Trainer" in dem Fitnessstudio damals gesagt.
MfG Max
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19.07.2011, 19:20
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Moderator
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Hallo Max, die "Trainer" in den Fitness-Studios erzählen oft "wundersame Dinge"! Das liegt oft daran,dass sie keine gründliche Ausbildung haben,während ein Boxtrainer zur einfachsten Lizenz(C-Lizenz) wohl 4-6 Wochenenden opfern muss! Du schaffst Dein Ziel Gewicht zu verlieren, sicher in Verbindung mit Ausdauertraining und eben einer Ernährungsumstellung. Plane den richtigen Gewichtsverlust(Fettabbau) langfristig und lasse Dich nicht durch kleine Rückschläge,entmutigen! Es sind hier im Forum einige Experten die immer wieder solche Fragen absolut richtig beantworten!
Ernähre Dich aber nicht wie ein Mönch im Kloster in der Fastenzeit,denn dann hast Du keine Kraft für den Sport!
MfG
Josef
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20.07.2011, 12:02
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Was der Fitnessstudio-Trainer wahrscheinlich meinte war: Bei gleichem Gewicht weniger Körperfett und dafür mehr Muskeln. Denn Fett kann nicht in Muskeln umgewandelt werden. Man kann nur Fett abbauen und Muskeln aufbauen. Ob diese beiden Prozesse sich zur gleichen Zeit gleichzeitig ausschließen, das weiss ich nicht - kann aber sein, da der Stoffwechsel zum Muskelaufbau anabol (d.h. aufbauend und hat nichts mit Doping zu tun) sein muss.
Wie hier schon öfter beschrieben, ist das negative Energiedefizit zwingende Voraussetzung für den Körperfettabbau. Da das Defizit sich aus verbrauchter und aufgenommener Energie ergibt gibt es zwei Stellschrauben an denen man drehen kann. Energieverbrauch steigern (Sport treiben, viel Bewegung im Alltag, aktiv werden, Rolltreppen und Aufzüge ignorieren, Auto mal stehen lassen...) und Kalorien reduzieren (Süssigkeiten, Eis, Kuchen, Fettige Soßen, Alkohol weglassen). Zur Ernährung findest du hier im Forum auch einiges an guten Hinweisen und Tipps.
Nun gibt es im Grunde noch zwei weitere Gewichtsreduktionsphilosophien, ich benenne die zwei Philosophien mal direkten und indirekten Körperfettabbau. Diese Nomenklatur entspringt aber nun meiner Phantasie und es handelt hier sich nicht um internationall anerkannte Fachbegriffe!
Direkter Fettabbau
Die Anhänger des direkten Fettabbaus gehen davon aus, dass man mit einem sogenannten Fettverbrennungsimpuls (wird dir von teuren Pulsuhren auf Basis von Statistiken auch vorgegeben) einen möglichst hohen Anteil der zur Bewältigung der Tätigkeit benötigten Energie aus Fett bezieht. Dies ist der Fall bei einem reltiv niedrigem Puls (~120-140), aerobem Stoffwechsel und möglichst vielen Muskeln die an der Bewegung beteiligt sind (1/6 ~ 1/3) der Muskel(-Masse ->) (Wobei man hier auch oft nicht sagt ob man 1/3 des Gewichts meint oder 1/3 aller vorhandenne Muskeln als solches, also würde der Muskel im kleinen Finger(klein) genausoviel zählen wie der grosse Oberschenkelmuskel). Je länger man die Tätigkeit nun durchführt, desto mehr Energie wird nun verbraucht. Beispiel für Tätigkeiten die die Anforderungne erfüllen sind im wesentlichen alle Ausdauersportarten wie Laufen, Schwimmen, Radfahren, Rudern, Skilanglauf etc.
Kritik:
Rechnet man nun einmal aus wieviel Energie man z.B. für 1h einer solchen Tätigkeit verbraucht und multipliziert man diese Energie einmal mit dem Wirkungsgrad von ca. 20...30%. Multipliziert dann einmal mit dem spezifischen Gewicht von Fett (miteingelagertes Wasser lass ich jetzt mal weg) kommt man doch auf sehr desillusionierende Zahlen...
Weiterhin ist mir noch nicht klar, ob es sich beim Fettverbrennungsimpuls wirklich um angegriffenes Körperfett handelt, oder um das Fett was mit der Nahrung aufgenommen wurde und sich noch im Verdauungsapparat befindet. Fett ist ja nicht gleich Fett!
Indirekter Fettabbau
Die Anänger des indirekten Fettabbaus gehen davon aus, dass man während der sportlichen Tätigkeit gar nicht so viel Fett verbrauchen kann, wie man es eignetlich müsste, sondern sie möchten den Grundumsatz (Das was der Körper im totalen leerlauf(ruhig liegen, augen zu)) steigern. Der Grösste Energieverbraucher ist das Muskelgewebe. Deshalb trainieren die Anhänger des indirekten Fettabbaus mit Gewichten etc. um ihre Muskemasse zu vergrössern, in der Hoffnung, dass die erhöhte Muskelmasse dann später 24h lang den Grundumsatz so hoch hält dass mehr Energie verbraucht wird als vor dem Trainingsprogramm. Die Idee dahinter ist, dass die zur Aufrechterhaltung des Grundumsatzes benötigte Energie zu einem hohen Anteil aus Körperfett rekrutiert wird. Da dieser Fettabbau dann 24h am Tag läuft und nicht nur 1h, verspricht man sich bessere Erfolge als bei der direkten Methode.
Die Kritik zur zweitem Methode passt gerade zeitlich nicht(muss in die Kantine essen *g* ). Am Ende möchte ich deshalb nur sagen, dass beides erstmal extreme sind, die aber zum verständnis der strategien beitragen. Die Wahrheit liegt sicher in der Mitte, denn beim Laufen treten viel mehr Effekte ein als z.B. nur der direkte Fettabbau, denn auch das Laufen hat langfristige Effekte. Der Körper muss auch erstmal 'lernen' die Fettreserven überhaupt anzugreifen, was beim Laftraining geschieht. Und natürlich werden auch beim Laufen Muskeln aufgebaut, kapilarisiert und verändert, gestalten sich ökonomischer, dies habe ich hier jetzt nicht berücksichtigt.
Fazit: Die Kombination machts sicherlich am besten.
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20.07.2011, 13:17
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Zitat:
Fettabbau und Muskelzuwachs schließen sich aus! Für den Fettabbau ist ein Kaloriendefizit nötig und für einen effektiven Muskelzuwachs wird ein Kalorienüberschuss benötigt.
Gruss
Oliver
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Diese Behauptung ist genau so falsch wie die, dass man Fett in Muskeln umwandeln kann.
Natürlich schließen sich Fettabbau und Muskelzuwachs NICHT aus. Für den Fettabbau ist - wie richtig bemerkt - eine negative Energiebilanz erforderlich. Für einen effektiven Muskelzuwachs ist neben dem richtigen Training im Hypertrophiebereich eine positive Stickstoffbilanz erforderlich. Dies erreicht man, indem man den Körper mit ausreichend Proteinen versorgt. Hinzu kommt, dass Eiweiß lange satt macht und den Energieverbrauch ankurbelt, weil Fettverbrennung und Stoffwechsel angeregt werden.
Wer sich mehr Kalorien zuführt, als der Körper benötigt, wird fett - egal ob er nun Muskelaufbautraining praktiziert oder nicht.
Gruß Limette
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20.07.2011, 17:06
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@Limette
Ich hatte auch geschrieben "effektiver Muskelaufbau", dies ist unmöglich im Kaloriendeffizit, positive Stickstoffbilanz hin oder her. Es ist mir auch bewusst, dass es Theorien gibt, dass womöglich eine positive Stickstoffbilanz ausreicht, in der Praxis hab ich noch NIE erlebt, dass einer während einer Diät Muskelmasse aufbaut, auch wenn er sich dabei Proteinreich ernährt. Im Gegenteil während einer Diät verliert man in der Regel Muskelmasse.
Gerade bei Anfängern ist es aber gut möglich, dass sie auch in einer Diät mehr Kraft entwickeln, das hat in diesem Fall aber nichts mit dem Dickenwachstum der Muskulatur zu tun.
Gruss
Oliver
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21.07.2011, 10:06
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Hmm, das ist grundsätzlich eine interessante Frage:
Ist MuskelMASSENzunahme möglich trotz negativer Energiebilanz?
Um es genauer zu definieren: Es geht hier nicht um Kraftzunahme wie zum Beispiel der Verbesserung der intramuskulären Koordination, oder der Verbesserung der Ausdauer z.B. durch Kapilarisierung des Muskels, sondern einzig um Kraftzunahme durch Querschnittsvergrösserung. (Eine genaue Fragestellung halte ich für wichtig um auf ein verwertbares Ergebnis zu kommen)
Ich habe z. Zt. keine Zeit/Möglichkeit zu recherchieren aber ich würde so vorgehen:
1) Meines Wissens nach muss sich der Stoffwechsel anabol sein um Muskelmasse aufzubauen. - Diese Behauptung würde ich in der Fachliteratur noch einmal recherchieren: Stimmt dies oder nicht? Wenn ja, dann
2) Was sind die notwendigen Voraussetzungen um einen Anabolen zustand Herbeizuführen? Ist hier eine positive Energiebilanz zwingend notwendig?
Folgendes könnte ich mir vorstellen:
Ihr habt beide im gewissen Sinne recht, redet vielleicht aber über andere Voraussetzungen. Die Frage ist nämlich was versteht ihr beide unter Diät?
Bei Limette ist es sicherlich eine Diät die auch Fette und Kohlenhydrate enthält und eine Gewichtsreduktion von max. 1kg / Woche vorsieht. Das Energiedefizit ist zwar negativ, aber nicht allzu extrem.
Auf der anderen Seite könnte es sich hier vielleicht um eine sehr stark rein Eiweiss betonte Diät handeln, bei der man KH und Fette Gänzlich verteufelt und ein sehr grosses Enegrgiedefizit zu erzielen.
Vielleicht darf zum Muskelmassenaufbau das KH defizit negativ sein, aber nicht zu extrem? So dass es im ersteren Falle geht und im zweiteren nicht?
Dies ist aber reine Mutmaßung und ich habe nicht recherchiert. Vielleicht komme ich in den nächsten Wochen einmal dazu, die nächsten Tage jedoch leider nicht.
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21.07.2011, 10:30
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Zitat:
Zitat von oliverlech
@Limette
Ich hatte auch geschrieben "effektiver Muskelaufbau", dies ist unmöglich im Kaloriendeffizit, positive Stickstoffbilanz hin oder her. Es ist mir auch bewusst, dass es Theorien gibt, dass womöglich eine positive Stickstoffbilanz ausreicht, in der Praxis hab ich noch NIE erlebt, dass einer während einer Diät Muskelmasse aufbaut, auch wenn er sich dabei Proteinreich ernährt. Im Gegenteil während einer Diät verliert man in der Regel Muskelmasse.
Gruss
Oliver
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Hi,
nur weil Du etwas in der Praxis noch nie erlebt hast, bedeutet das noch lange nicht, dass es das nicht gibt.
Es liegen inzwischen ausreichende Erkenntnisse vor, das Muskelauf- und Fettabbau parallel funktionieren - wenn man fähig ist, zweckmäßig und konsequent zu trainieren und die Kalorien in Maßen (täglich nicht mehr als 500 kcal) reduziert.
Kleines Beispiel siehe hier:
http://www.dr-moosburger.at/pub/pub139.pdf
Und noch zum Abschluss: Bei einer ausgewogenen "Diät" , bei der die Kalorienreduktion nicht übertrieben wird, verliert man auch keine Muskelmasse.
Gruß Limette
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